GWP-Digital verbindet gesetzliche Anforderungen mit dem Kanzleialltag.

Juli 1, 2026

Geldwäscheprävention gehört für Steuerkanzleien längst zum Berufsalltag. Mandanten müssen geprüft, wirtschaftlich Berechtigte ermittelt, Risiken bewertet und Maßnahmen nachvollziehbar dokumentiert werden. Gleichzeitig soll die Umsetzung effizient bleiben und sich in bestehende Kanzleiprozesse einfügen.

Genau hier setzt die Softwarelösung der fino taxtech GmbH „GWP-Digital“ (Geldwäscheprävention-Digital) an. Die Lösung unterstützt Steuerkanzleien dabei, zentrale Prüfschritte nach dem Geldwäschegesetz digital, strukturiert und nachvollziehbar abzubilden. KYCnow powered by SCHUFA bringt dafür Erfahrung aus digitalen Know-Your-Customer-Prozessen (KYC) und der Geldwäscheprävention ein.

Im Interview sprechen Inga Krämer, Geschäftsführerin der fino taxtech GmbH, und Stephanie Zimmermann, Geschäftsführerin der fino taxtech GmbH und entsandte Geschäftsführerin der DATEV, darüber, warum Geldwäscheprävention für Kanzleien weiter an Bedeutung gewinnt, wie GWP-Digital in derPraxis  unterstützt und welche Rolle die Zusammenarbeit mit KYCnow dabei spielt.

Regulatorik trifft Kanzleialltag

Inga Krämer

Inga Krämer, Geschäftsführerin der fino taxtech GmbH

Warum ist Geldwäscheprävention für Steuerkanzleien heute so relevant?

Inga Krämer: Geldwäscheprävention ist für Steuerkanzleien kein Sonderthema mehr, sondern Teil der beruflichen Verantwortung. Steuerberaterinnen und Steuerberater haben regelmäßig Einblick in sensible wirtschaftliche Informationen, etwa Gesellschaftsstrukturen, Beteiligungen, Zahlungsflüsse, Finanzierungen oder wirtschaftlich Berechtigte. Genau deshalb sind sie verpflichtet, Risiken zu erkennen, Mandanten sorgfältig zu prüfen und ihre Entscheidungen nachvollziehbar zu dokumentieren.

In der Praxis bedeutet das: Geldwäscheprävention muss dort funktionieren, wo der Kanzleialltag stattfindet. Sie darf nicht nur theoretisch verstanden werden, sondern muss in konkrete Prozesse übersetzt werden. Dabei möchten wir mit GWP-Digital unterstützen.

 

Welche Herausforderungen erleben Kanzleien bei der Umsetzung der GwG-Pflichten besonders häufig?

Stephanie Zimmermann: Viele Kanzleien wissen grundsätzlich, dass sie Pflichten nach dem Geldwäschegesetz erfüllen müssen. Die Herausforderung liegt häufig in der praktischen Organisation. Informationen befinden sich in verschiedenen Systemen, Dokumente werden manuell abgelegt, Prüfstände sind nicht immer auf einen Blick sichtbar und Aktualisierungen müssen im laufenden Betrieb nachgehalten werden.

Das ist besonders anspruchsvoll, weil Kanzleien ohnehin unter hohem Zeit- und Ressourcendruck stehen. Wenn Geldwäscheprävention dann zusätzlich manuell organisiert wird, entsteht schnell ein hoher administrativer Aufwand. Unser Ziel ist es, diesen Prozess klarer, strukturierter und nachvollziehbarer zu machen.

Inga Krämer

Stephanie Zimmermann, Geschäftsführerin der fino taxtech GmbH und entsandte Geschäftsführerin der DATEV

Was braucht es aus Ihrer Sicht, damit Geldwäscheprävention in Kanzleien besser umsetzbar wird?

Inga Krämer: Es braucht vor allem Struktur. Geldwäscheprävention besteht aus vielen einzelnen Schritten: Mandantenprüfung, Ermittlung wirtschaftlich Berechtigter, Risikobewertung, Screenings, Dokumentation und regelmäßige Überprüfungen. Wenn diese Schritte einzeln und manuell bearbeitet werden, wird es schnell unübersichtlich.

Eine digitale Lösung kann hier Orientierung geben. Sie führt durch den Prozess, bündelt relevante Informationen und macht sichtbar, welche Prüfungen bereits erfolgt sind und wo noch Handlungsbedarf besteht. Das schafft Sicherheit und entlastet gleichzeitig im Tagesgeschäft.

Die Rolle von GWP-Digital

Welche Idee steht hinter GWP-Digital?

Stephanie Zimmermann: GWP-Digital wurde entwickelt, um Geldwäscheprävention für Steuerkanzleien praxistauglich zu machen. Uns war von Beginn an wichtig, nicht nur eine technische Lösung bereitzustellen, sondern eine Lösung, die die tatsächlichen Abläufe in Kanzleien berücksichtigt. GWP-Digital wurde mit Steuerberatern für Steuerberater entwickelt.

Steuerkanzleien brauchen einen strukturierten digitalen Prozess, der sie bei der Umsetzung ihrer gesetzlichen Pflichten unterstützt und gleichzeitig den organisatorischen Aufwand deutlich reduziert. Genau darauf ist GWP-Digital ausgerichtet. Als Tochterunternehmen von DATEV steht höchste Sicherheit und Gesetzeskonformität für uns an oberster Stelle.

Welche konkreten Prüfschritte unterstützt GWP-Digital?

Inga Krämer: GWP-Digital unterstützt unter anderem bei der Mandantenprüfung, der Erfassung und Prüfung relevanter Daten, dem Name- und Media-Screening, der Ermittlung wirtschaftlich Berechtigter, der Risikoeinschätzung und der Dokumentation der Ergebnisse. Damit werdenzentrale Bestandteile des Geldwäschepräventionsprozesses in einer Lösung zusammengeführt. Gebündelt wird dies abschließend in einem Mandantenrisikobericht und Kanzleirisikobericht.

Wichtig ist dabei: Die Entscheidung bleibt bei dem Steuerberater. GWP-Digital nimmt keine rechtliche Bewertung ab, sondern liefert eine gezielte Einschätzung durch ein praktisches Ampelsystem und unterstützt dabei, Informationen besser aufzubereiten und Entscheidungen nachvollziehbar zu dokumentieren.

Partnerschaft und Integration mit KYCnow

Wie ist die Zusammenarbeit mit KYCnow entstanden?

Inga Krämer: Die Zusammenarbeit lag fachlich sehr nahe. GWP-Digital richtet sich gezielt an Steuerkanzleien und ist aus dem Verständnis für deren Anforderungen entstanden. KYCnow bringt gleichzeitig umfassende Erfahrung aus digitalen KYC- und AML-Prozessen mit. Beide Perspektiven ergänzen sich sehr gut.

Innerhalb der fino-Gruppe können wir diese Kompetenzen zusammenführen: die Kanzleiperspektive, die regulatorischen Anforderungen, die technologische Umsetzung und die Erfahrung aus stark regulierten Märkten. Daraus entsteht eine Lösung, die fachlich fundiert und gleichzeitig praxisnah ist.

Welche Rolle übernimmt KYCnow innerhalb von GWP-Digital?

Stephanie Zimmermann: KYCnow bringt fachspezifiche Technologie- und Datenkompetenz in die Lösung ein. Dazu gehört die Erfahrung mit strukturierten KYC-Prozessen, mit der Prüfung von Personen und Unternehmen sowie mit relevanten Risikoinformationen.

Für GWP-Digital ist das sehr wertvoll, weil Steuerkanzleien verlässliche Informationen benötigen, um ihre Prüfpflichten effizient umzusetzen. Durch die Verbindung mit KYCnow und den hinterlegten SCHUFA-Daten können zentrale Prüfschritte digital unterstützt und besser in einen Gesamtprozess eingebettet werden. Hierdurch können wir eine ausgezeichnete Datenbasis garantieren aus insgesamt über 1.800 verschiedenen PEP- und Sanktions- sowie Terror- und Embargolisten, über die der Mandant geprüft werden kann.

Inga Krämer: Für Kanzleien bedeutet die Rolle von KYCnow vor allem mehr Struktur und weniger manuelle Recherche. Relevante Mandantendaten, wirtschaftlich Berechtigte, Screening- Ergebnisse und Risikoeinschätzungen können in einem digitalen Prozess zusammengeführt werden. Dadurch wird leichter erkennbar, welche Informationen vorliegen, welche Prüfungen durchgeführt wurden und welche Maßnahmen dokumentiert sind.

Das erleichtert nicht nur die tägliche Arbeit, sondern auch die spätere Nachvollziehbarkeit. Gerade bei regulatorischen Themen ist es wichtig, dass Entscheidungen nicht nur getroffen, sondern auch sauber dokumentiert werden – insbesondere in Hinblick auf Prüfungen der Steuerberaterkammern.

In der Finanzbranche langjährig erfahren, wird nun die KYC-Kompetenz für den Kanzleialltag praxisnah umgesetzt.

Datenqualität und Prozesssicherheit

Warum spielt Datenqualität in der Geldwäscheprävention eine so wichtige Rolle?

Stephanie Zimmermann: Eine hohe Datenqualität hilft, Prüfungen gut vorzubereiten und belastbarer zu machen. Sie sorgt dafür, dass Kanzleien fundierter arbeiten können und weniger Zeit mit der Suche nach Informationen verlieren. Genau deshalb ist die Verbindung aus digitalem Prozess und verlässlichen Datenquellen so wichtig. Datenqualität und -sicherheit ist uns sehr wichtig. Deshalb verwenden wir ausschließlich Daten, die vollständig aus Servern in Deutschland verarbeitet und gespeichert werden.

Wie unterstützt GWP-Digital Kanzleien dabei, den Überblick zu behalten?

Stephanie Zimmermann: GWP-Digital macht den Prüfprozess strukturierter und sichtbarer. Der Mehrwert liegt nicht nur in der Digitalisierung einzelner Aufgaben, sondern in der Verbindung dieser Aufgaben zu einem nachvollziehbaren Gesamtprozess. Geldwäscheprävention wird dadurch planbarer und besser steuerbar.

Die Zukunft der Geldwäscheprävention in Steuerkanzleien

Wie wird sich Geldwäscheprävention in Steuerkanzleien weiterentwickeln?

Inga Krämer: Ich bin überzeugt, dass Geldwäscheprävention künftig noch stärker als integrierter Bestandteil moderner Kanzleiprozesse verstanden wird. Es wird nicht ausreichen, einzelne Prüfpflichten isoliert zu betrachten. Mandantenprüfung, Risikoeinschätzung, Screening, Dokumentation und Monitoring gehören zusammen. Gleichzeitig ist die Geldwäscheprävention nicht die Hauptaufgabe der Berater. Es ist also notwendig, die Anforderungen zuverlässig und gleichzeitg maximal effizient zu erfüllen.

Die Digitalisierung kann hier einen großen Beitrag leisten. Sie hilft, die regulatorischen Anforderungen schlank und strukturiert in den Kanzleialltag einzubinden.

Stephanie Zimmermann: Die regulatorischen Anforderungen werden sich weiterentwickeln und Kanzleien müssen sich darauf einstellen, dass Geldwäscheprävention dauerhaft relevant bleibt. Die EU-Geldwäscherichtlinie zum 10. Juli 2027 zeigt, dass das Thema auf europäischer Ebene weiter vereinheitlicht und geschärft wird.

Für Kanzleien bedeutet das: Es lohnt sich, frühzeitig stabile Prozesse aufzubauen. Wer heute Strukturen schafft, Daten sauber organisiert und Mitarbeitende für das Thema sensibilisiert, ist für kommende Anforderungen und Prüfungen deutlich besser vorbereitet, die in Zukunft immer häufiger und immer verschärfter eintreten werden.

Welche Rolle soll GWP-Digital in dieser Entwicklung einnehmen?

Inga Krämer: Unser Anspruch ist es, Steuerkanzleien langfristig als verlässlicher Partner in der Geldwäscheprävention zu begleiten. GWP-Digital soll nicht nur einzelne Prüfschritte erleichtern, sondern den vollumfänglichen Prozess verständlicher, strukturierter und effizienter machen.

Dabei entwickeln wir die Lösung kontinuierlich weiter. Mit Blick auf regulatorische Anforderungen, technologische Möglichkeiten und vor allem auf das Feedback aus der Kanzleipraxis.

Sophie Karl